Billings-Methode
Die Billings-Methode: Eine Form der natürlichen Verhütung
Die Billings-Methode (Pearl-Index: 0,3-40,0) ist eine Form der natürlichen Verhütung und erfolgt auf Grundlage der Beobachtung der Vorgänge im eigenen Körper.
Sie ist allein angewendet sehr unsicher im Hinblick auf Verhütung; ist aber eine gute Ergänzung zu anderen Methoden der natürlichen Empfängnisverhütung.
Die Billings-Methode dient der Bestimmung des Eisprungs. Hier werden die fruchtbaren Tage der Frau durch tägliche Beobachtung der Beschaffenheit des Zervixschleims ermittelt: Der Zervixschleim verflüssigt sich kurz vor dem Eisprung, um das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter zu erleichtern. Während der fruchtbaren Phase lässt sich der Schleim zwischen zwei Fingern in Fäden auseinander ziehen. Ab dem vierten Tag nach Auftreten des verflüssigten Schleims beginnt dann wieder die unfruchtbare Phase.
Voraussetzungen für die Billings-Methode
Die Voraussetzungen für diese natürliche Verhütung per Billings-Methode sind ein stabiler Monatszyklus, ein hohes Maß an Disziplin und ein regelmäßiger Lebensrhythmus der Frau. Die Frau muss lernen, die Qualität ihres Zervikalschleims zu beobachten und dies mit Sorgfalt und Regelmäßigkeit protokollieren.
Die fünf Phasen der Billings-Methode
Bei der Billings-Methode wird zwischen fünf Phasen unterschieden. In der ersten Phase direkt nach der Menstruation ist der Östrogenspiegel niedrig und es wird entsprechend wenig Schleim produziert. In der zweiten Phase in den Tagen vor dem Eisprung steigt der Östrogenspiegel an und der Schleim wird trübe gelblich oder weiß und hat eine klebrige Konsistenz. In Phase drei ist der Östrogenspiegel am höchsten und dementsprechend wird der Zervikalschleim dicker und heller. Er lässt sich jetzt zu einem durchgehenden Faden ziehen. Diese Phase drei dauert ca. 2-3 Tage lang an. Nach dem Eisprung erfolgt Phase 4 in der der Progesteronspiegel steigt. Der Schleim nimmt nun an Menge ab und wird trübe und klebrig. In der letzten Phase wird der Schleim noch weniger und nimmt eine klare, manchmal wässrige Konsistenz an. Um den Schleim richtig beurteilen zu können, muss die Frau die physikalischen Eigenschaften des Schleims täglich zwischen den Fingern oder auf Toilettenpapier untersuchen und schriftlich protokollieren.
Die Vorteile der Billings-Methode
Die Vorteile der Billings-Methode liegen darin, dass keine künstliche Beeinflussung der Abläufe im Körper erfolgt und es keine Hormonbelastung gibt. Da bei den natürlichen Methoden die fruchtbaren Tage bestimmt werden, kann die Methode sowohl zur Empfängnisverhütung als auch gezielt bei Kinderwunsch eingesetzt werden.
Die Nachteile der Billings-Methode
Nachteilig äußert sich bei der Billings-Methode der hohe (tägliche) Aufwand und an den fruchtbaren Tagen müssen zudem zusätzliche Verhütungsmittel angewendet werden. Die Billings-Methode funktioniert nur bei stabilem Zyklus und regelmäßigem Lebensrhythmus. Bei psychischen Belastungen oder einer bakteriellen Infektion der Scheide kann es zu Veränderungen der Schleimsekretion kommen was zu Schwierigkeiten in der Bestimmung der (un)fruchtbaren Tage führen kann.
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