Dreimonatsspritze
Dreimonatsspritze
Die Dreimonatsspritze (Pearl-Index: 0,3 - 1,4) ist ein Langzeitkontrazeptivum und wird alle drei Monate zwischen dem ersten und fünften Zyklustag als Depot in den Gesäß- oder Oberarmmuskel der Frau gespritzt.
Der Starttermin der Dreimonatsspritze verändert sich bei nicht-stillenden Müttern oder einer Fehlgeburt bzw. bei einem Schwangerschaftsabbruch. Hier erfolgt die Injektion in den ersten fünf Tagen nach der Geburt bzw. dem Abbruch. Stillende Mütter erhalten die Dreimonatsspritze frühestens sechs Wochen nach der Entbindung.
Wirkung der Dreimonatsspritze
Die Wirkung der Dreimonatsspritze lässt sich wie folgt beschreiben: Der Körper nimmt das Gestagen (Hormon) aus dem Depot auf. Im Gehirn der Frau verändert das Gestagen den Regelkreis, der für die Eireifung im Eierstock verantwortlich ist und hemmt die Ausschüttung des Luteinisierenden Hormons (LH) und unterdrückt so den Eisprung. Der zweite Wirkansatz der Dreimonatsspritze ist der Schleimpfropf am Eingang der Gebärmutter. Der hohe Gestagenspiegel macht den Pfropf für Samenzellen schwer durchlässig. Nur in einzelnen Fällen kommen Samenzellen über diese Hürde. Weiter bewirkt das Hormon einen Umbau der Gebärmutterschleimhaut, so dass sich eine befruchtete Eizelle nur schwer einnisten kann.
Die Dreimonatsspritze stellt somit eine Alternative zur Antibabypille dar, denn sie verhindert durch das Hormon Gestagen den Eisprung und die Heranreifung der Eizelle. Das Gestagen wirkt 3 Monate lang im Körper und der Eisprung wird 4 – 8 Wochen lang verhindert. Dadurch dass das Hormon die Struktur der Gebärmutterschleimhaut verändert, bleibt der Schutz vor einer Schwangerschaft noch einmal weitere vier Wochen erhalten. Die einzelne Injektion der Dreimonatsspritze kostet ca. 30 Euro. Die Dreimonatsspritze gilt als sichere Verhütungsmethode. Empfohlen wird die Dreimonatsspritze jedoch nur für Frauen, die langfristig verhüten wollen, d. h. die in den nächsten Jahren oder gar nicht mehr schwanger werden wollen.
Vorteile der Dreimonatsspritze
Die Vorteile der Dreimonatsspritze äußern sich in der Möglichkeit, spontan Geschlechtsverkehr haben zu können. Eine Unterbrechung des Liebesspiels wie mit einem Kondom muss nicht erfolgen. Zudem ist sie besonders geeignet für Frauen, die auf Grund einer bestimmten Krankheit regelmäßig Medikamente einnehmen, welche die Wirksamkeit der Pille beeinträchtigen würden. Auch wird die Wirkung nicht durch Erbrechen und Durchfall beeinträchtigt. Die Dreimonatsspritze kann auch für Frauen vorteilhaft sein, die unter Migräne, schmerzhafter oder starker Regelblutung leiden. Die Auffrischinjektion lässt sich zudem ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen vorverlegen, z. B. wenn ein Urlaub vor der Tür steht (wird der Wirkungszeitraum dagegen ohne erneute Injektion überschritten, müssen zusätzliche Verhütungsmaßnahmen ergriffen werden, z.B. Einsatz eines Kondom). Auch besteht bei der Dreimonatsspritze nicht die Gefahr von Einnahmefehlern, wie z. B. das Vergessen der Pille.
Nachteile der Dreimonatsspritze
Die Nachteile der Dreimonatsspritze zeigen sich in Störungen der Menstruation und es kann zu Zwischen- und Schmierblutungen kommen. In manchen Fällen kommt es wie auch bei der Pille zu Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen und Depressionen. Eine spontane Absetzung ist nicht möglich; das gespritzte Depot muss erst vollständig abgebaut werden. Nach Absetzung der Dreimonatsspritze kann es bis zu 22 Monaten dauern, bis es wieder zu einem regelmäßigen Eisprung kommt. Eine gewollte Schwangerschaft kann sich nach der Absetzung folglich verzögern. Das Präparat lässt sich auch dann nicht einfach absetzen, wenn man es nicht verträgt. Das Depot muss sich erst auflösen, bevor die Wirkung nachlässt. Zu guter letzt gibt es auch Medikamente wie z. B. Antibiotika, welche die Wirkung der Dreimonatsspritze beeinträchtigen können.
Die Dreimonatsspritze darf nicht angewendet werden, bei krankhaft erhöhtem Blutdruck und Venenentzündungen, bei Brustkrebs- und bösartigen Tumoren der Gebärmutterschleimhaut (Mamma- bzw. Endometriumkarzinom) sowie wenn eine Schwangerschaft vorliegt.
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