Verhütungspflaster

Das Verhütungspflaster
Das Verhütungspflaster (Pearl-Index: 0,72 - 0,9) gehört zu den hormonellen Verhütungsmethoden und ist ein hautfarbenes Pflaster, welches Gestagen und Östrogen enthält.
Es wurde erst im August 2003 in Deutschland zugelassen. Das Pflaster wird wöchentlich neu aufgeklebt und soll eine Alternative zu der oralen Einnahme der Pille bieten. Geeignet ist es grundsätzlich für alle Frauen, speziell aber zu empfehlen ist es für Frauen, die die regelmäßigen Einnahmezeiten der Pille nicht einhalten können (z.B. durch Schichtdienst). Aufgrund der wöchentlichen Anwendung ist es nicht mehr notwendig, täglich an die Verhütung zu denken. Das Verhütungspflaster verbindet somit die hohe Sicherheit der Pille mit dem Vorteil der einfachen Anwendung.
Wirkung des Verhütungspflasters
Die Wirkung des Verhütungspflasters erfolgt wie bei der Pille über Östrogen und Gestagen, die den Eisprung unterdrücken und so vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen. Der Eisprung wird gehemmt und der Zervixschleim so verändert, dass die Spermien nicht in die Gebärmutter gelangen können. Außerdem verhindert das Pflaster das Einnisten der Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut. Die enthaltenen Hormone werden über die Haut direkt ins Blut abgegeben. Die Abgabe erfolgt kontinuierlich und gleichmäßig über den gesamten Anwendungszeitraum.
Anwendung des Verhütungspflasters
Die Anwendung erfolgt, indem drei Pflaster drei Wochen hintereinander für jeweils eine Woche aufgeklebt werden, die vierte Woche ist pflasterfrei, hier tritt die Regelblutung ein. Das Verhütungspflaster sollte täglich kontrolliert werden, d. h. ob es noch richtig sitzt und klebt. Das Verhütungspflaster ist ca. 4,5 x 4,5 cm groß und so flach, dass es auch unter enger Kleidung unsichtbar getragen werden kann. Das Pflaster kann auf vier verschiedenen Bereichen am Körper angebracht werden: auf den Bauch, die Außenseite des Oberarms, den Oberkörper (nicht im Brustbereich) oder das Gesäß, so dass die Hormone über die Haut in die Blutbahn gelangen können.
Vorteile des Verhütungspflasters
Die Vorteile des Verhütungspflasters liegen zum einen in der einfachen Anwendung, welche nur einmal in der Woche durch die Frau selbst erfolgt. Zum anderen besteht kein Wirkungsverlust bei Durchfall. Im Gegensatz zu oral eingenommenen Verhütungsmitteln wie der Antibabypille wird der Magen-Darm-Trakt umgangen, da die Wirkstoffe über die Haut ins Blut gelangen. Die Verwendung von Verhütungspflastern ist somit auch solchen Frauen zu empfehlen, die Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt haben. Ähnlich wie bei der Antibabypille ist durch eine Verlängerung der Pflasterintervalle die Verschiebung der Regelblutung möglich.
Nachteile des Verhütungspflasters
Die Nachteile des Verhütungspflasters äußern sich darin, dass Gestagen und Östrogen in den Hormonhaushalt eingreifen und den natürlichen Zyklus der Frau stören. Zudem kann sich das Pflaster unbemerkt ablösen und es ist eine sichtbare, wenig diskrete Methode der Verhütung. Bei Frauen mit einem Körpergewicht über 90 kg ist das Pflaster nicht zu empfehlen. Auch sind Hautirritationen durch das Pflaster möglich und es kann zu Spannungsgefühlen in den Brüsten kommen. Während einer Schwangerschaft und in der Stillzeit ist es nicht einsetzbar. Das Verhütungspflaster schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
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